Warum 10 % Schatten 40 % Ertrag kosten
Die Zellen in einem Solarmodul sind hintereinander geschaltet, wie Glieder einer Kette. Die schwächste Zelle bestimmt, wie viel Strom durch alle fließt. Deshalb kostet ein kleiner Schatten überproportional viel.
| Verschattete Fläche | Ertragsverlust am Modul |
|---|---|
| 10 % | 30–50 % |
| 20 % | bis zu 70 % |
| schmaler senkrechter Streifen | bis zum Totalausfall des Moduls |
Bypass-Dioden – die eingebaute Notbremse
Module haben Umgehungsschalter, die verschattete Bereiche überbrücken. Ein normales Modul mit 60 Zellen hat drei davon. Wird ein Drittel überbrückt, verlierst du ein Drittel der Leistung – bei einem 400-Wp-Modul also rund 130 Wp.
Was dagegen hilft
| Modultyp | Verlust bei Teilschatten |
|---|---|
| Standard-Vollzellen (PERC) | rund ein Drittel |
| Halbzellen – empfohlen | rund ein Sechstel, Aufpreis 10–20 € |
| Schindel-Module | 20–40 % weniger Verlust, Aufpreis 30–80 € |
Genauso wichtig ist der Wechselrichter. Moderne Geräte haben pro Modul einen eigenen Regler (MPPT-Eingang). Dann zieht ein verschattetes Modul das andere nicht mit runter. Faustregel: bei Verschattungsgefahr ein Regler je Modul.
Selbst einschätzen
- Grün – kein Schatten: voller Ertrag.
- Gelb – 1 bis 2 Stunden Schatten am Tag: etwa 10–15 % Abzug.
- Rot – mehr als 2 Stunden: 25–40 % Abzug, oder Module an eine andere Stelle setzen.
- Zum Prüfen: an einem sonnigen Tag Fotos um 9, 12 und 15 Uhr machen – im Sommer und im Winter.
Im Rechner ordnest du deine Verschattung selbst in dieses Ampelschema ein – grün, gelb oder rot. Die drei Tagesfotos helfen dir dabei, ehrlich einzuschätzen.
Quellen
- Recherchebericht Balkonkraftwerke 2026, Abschnitt 3
- Balkonkraftwerk Kompendium – Verschattungsanalyse
Stand Juli 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.