Balkonkraftwerk

Balkonkraftwerk 800 Watt: Modelle, Technik und Grenzen

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BN
Balkonova Redaktion Solar & Balkonkraftwerk

Kurz gesagt: Solarmodule sind die flachen Platten der Anlage. Sie wandeln Sonnenlicht in Strom um.

Die Geräte in Ihrem Haushalt können diesen Strom nutzen. Das kann Ihre Stromrechnung senken.

Das Hausnetz sind die Stromleitungen Ihrer Wohnung. Die 800 Watt begrenzen die Leistung, die die Anlage gleichzeitig dorthin liefern kann.

Leistung bedeutet: Wie viel elektrische Energie wird pro Sekunde übertragen? Watt ist die Einheit dafür.

Der Jahresertrag ist die erzeugte Strommenge eines Jahres. Aus 800 Watt allein lässt er sich nicht ablesen.

Sonne und Modulfläche beeinflussen, wie viel Strom die Anlage erzeugt.

Ihr gleichzeitiger Verbrauch bestimmt, wie viel Solarstrom Sie direkt im Haushalt nutzen und dadurch an Stromkosten sparen.

Für den einfachen Anschluss gelten Regeln für Module, Stecker und Anmeldung.

Lohnt sich ein Balkonkraftwerk mit 800 Watt für Ihren Balkon? Prüfen Sie zuerst Platz, Schatten und Ihren Stromverbrauch am Tag.

Danach vergleichen Sie die vollständigen Kosten mit und ohne Batterie. Die folgenden Beispiele zeigen, wofür sich ein Aufpreis lohnen kann.

Alle Preis- und Ertragsrechnungen sind Annahmen, keine aktuellen Angebote oder Zusagen für Ihren Balkon.

Das Wichtigste in Kürze

Mikrowechselrichter 800W: das Herz Ihrer Anlage

Der Mikrowechselrichter ist ein kleines Gerät nahe den Solarmodulen. Er macht deren Strom für die Wohnung nutzbar.

Module liefern Gleichstrom: Er fließt immer in dieselbe Richtung.

Spannung können Sie sich als elektrischen Druck vorstellen. Sie wird in Volt gemessen.

Die Spannung der Module kann zum Beispiel bei 30 bis 40 Volt liegen. Den genauen Wert finden Sie im Datenblatt.

Das Datenblatt ist eine Übersicht der technischen Angaben des Herstellers.

Das Hausnetz arbeitet dagegen mit 230 Volt Wechselstrom, der seine Richtung regelmäßig wechselt.

Der Wechselrichter passt den Modulstrom an das Hausnetz an. Kühlschrank, Router und Waschmaschine können ihn dann direkt nutzen.

„Mikro“ bezeichnet hier die kleine Bauform für einzelne oder wenige Module. Größere Dachanlagen nutzen oft ein gemeinsames, größeres Gerät.

Braucht Ihr Haushalt mehr Strom, kommt der Rest automatisch aus dem öffentlichen Netz.

Warum ausgerechnet dieses Bauteil so wichtig ist

Der Wechselrichter wird beim Arbeiten warm und kann im Laufe der Jahre ausfallen. Auch Solarmodule, Stecker und Kabel können beschädigt werden.

Module haben keine beweglichen Teile und können über Jahrzehnte Strom liefern. Prüfen Sie trotzdem regelmäßig Befestigungen und sichtbare Schäden.

Der Wirkungsgrad beschreibt, welcher Anteil des Modulstroms nutzbar wird. Ein Teil geht bei der Umwandlung als Wärme verloren.

800 Watt heißt: so viel darf raus, nicht so viel darf rein

„800 Watt“ bezeichnet hier die höchste Leistung am Ausgang: wie viel elektrische Energie das Gerät pro Sekunde liefern kann.

Rechtlich zählt die Grenze von 800 Voltampere, kurz VA.

Das ist die Anschlussleistung des Wechselrichters; bei diesen Geräten entspricht sie meist etwa 800 Watt.

Wattpeak, kurz Wp, ist die Modulleistung unter festgelegten Testbedingungen. Zwei Module mit je 450 Wp ergeben zusammen 900 Wp.

Zwei Module mit je 430 bis 500 Wp ergeben 860 bis 1.000 Wp.

Seit dem 16. Mai 2024 erlaubt das EEG vereinfachte Regeln bis insgesamt 2.000 Wp und 800 VA. EEG heißt Erneuerbare-Energien-Gesetz.

Die Leistungen aller Steckersolargeräte am selben Stromanschluss zählen für diese Grenzen zusammen.

Dieser Anschluss heißt Entnahmestelle. Die Geräte gehören dabei meist zum selben Stromzähler.

Diese Grenzen gelten nicht für jede Steckdose neu. Voraussetzung ist zudem der Verzicht auf Geld für Strom, der ins öffentliche Netz fließt.

Quelle ist § 8 Absatz 5a EEG.

Mehr Modulleistung kann auch bei wenig Sonne mehr Strom liefern. Die Wp-Angabe ist kein Versprechen für den Alltag.

Wolken, Schatten, Temperatur, Ausrichtung und Jahreszeit verändern die Leistung. Beispielsweise können zeitweise nur 200 bis 400 Watt ankommen.

Steht mehr Leistung bereit als der Wechselrichter abgeben kann, begrenzt er die Abgabe. Wie viel dabei verloren geht, hängt von der Anlage ab.

Vier Module können nützen, wenn genug Platz vorhanden ist und das Gerät für sie ausgelegt ist.

Einfach weitere Module zusammenzustecken ist keine sichere Lösung.

Für die Auswahl passender Module zählt auch die Stromstärke.

Im Kabel bewegen sich winzige, elektrisch geladene Teilchen. Je mehr davon pro Sekunde an einer Stelle vorbeifließen, desto höher ist die Stromstärke.

Leistung hängt von Stromstärke und Spannung ab. Deshalb reicht die Wattgrenze allein nicht, um passende Module auszuwählen.

Spannung und Stromstärke müssen an jedem Eingang innerhalb der Herstellergrenzen bleiben.

Auch die erlaubte Anschlussart muss zur Modulleistung passen.

Fünf wichtige Punkte beim Kauf

Warum nicht einfach 900 Watt?

Über 800 VA gelten die vereinfachten EEG-Regeln nicht mehr.

Der Netzbetreiber ist die zuständige Firma für das örtliche Stromnetz. Das ist nicht unbedingt Ihr Anbieter für den Stromvertrag.

Planen Sie Anschluss und Anmeldung dann mit dem Netzbetreiber und einem Elektrofachbetrieb.

Welche Umbauten nötig sind, hängt von den vorhandenen Stromleitungen, Steckdosen und Sicherungen in Ihrer Wohnung ab.

Eine Begrenzung per App macht einen frei auf 900 VA einstellbaren Wechselrichter nicht zum 800-VA-Gerät.

Laut Bundesnetzagentur zählt die höchste wählbare Leistung. Mehr Module an einem passenden 800-VA-Gerät können eine Alternative sein.

Dafür gelten weiterhin die Modul- und Anschlussgrenzen.

Die gesetzlichen Leistungsgrenzen und die technischen Regeln für einen sicheren Anschluss sind verschiedene Dinge. Beide müssen eingehalten werden.

Das EEG erlaubt bis 2.000 Wp unter seinen Bedingungen. Die Anschlussart kann die erlaubte Modulleistung weiter begrenzen.

Eine Produktnorm legt technische Sicherheitsanforderungen fest.

Bei VDE FNN erarbeiten Fachleute technische Regeln für den sicheren Anschluss an das Stromnetz. Diese Regeln betreffen auch Ihre Anlage.

Die genaue Bezeichnung lautet: Fachforum für Netztechnik und Netzbetrieb im VDE-Technikverband.

Für neue Sets ohne Speicher beschreibt VDE FNN die Produktnorm DIN VDE V 0126-95, Ausgabe Dezember 2025.

Am Haushaltsstecker, auch Schuko genannt, sieht sie höchstens 960 Wp Modulleistung vor.

Außerdem braucht das Set den vorgesehenen Schutz gegen Stromschläge, etwa einen geschützten Stecker oder interne Schutztechnik.

Mit einer speziellen Energiesteckverbindung, etwa Wieland, sind bis 2.000 Wp vorgesehen.

Das ist ein dafür vorgesehenes System aus speziellem Stecker und passender Steckdose. Eine nötige neue Steckdose installiert eine Elektrofachkraft.

Sind Stromleitungen, Steckdosen oder die zugehörige Sicherung für Ihren Anschluss alt? Ist ihr Zustand oder ihre Eignung unklar?

Dann lassen Sie diese Teile vor dem Anschluss von einer Elektrofachkraft prüfen.

Schließen Sie das Set direkt an die geeignete Wandsteckdose an, nicht an eine Mehrfachsteckdose.

Wollen Sie von 600 auf 800 Watt aufrüsten?

Prüfen Sie das genaue Modell und die Herstelleranleitung.

Ein dafür vorgesehenes 800-Watt-Gerät lässt sich eventuell per Einstellung oder Update freischalten. Ein reines 600-Watt-Gerät braucht dafür Ersatz.

Ein Umstieg spart nur zusätzlich Geld, wenn die Module häufig mehr als 600 Watt liefern und Sie den Mehrstrom nutzen.

Ertragskurven zeigen die erzeugte Leistung im Tagesverlauf. Vergleichen Sie besonders Zeiten über 600 Watt mit Ihrem gleichzeitigen Verbrauch.

Das Marktstammdatenregister ist die staatliche Liste der Stromerzeugungsanlagen. Dort sind auch die Daten Ihrer Anlage eingetragen.

Ändert sich die Anlagenleistung, müssen Sie den Eintrag aktualisieren. Die Frist beträgt einen Monat ab der Änderung.

Lohnt ein teureres Gerät? Die Rechnung

Kilowattstunden, kurz kWh, messen eine Strommenge. Dabei zählen Leistung und Dauer zusammen.

„Kilo“ bedeutet tausend: 1.000 Watt sind 1 Kilowatt. 800 Watt = 0,8 Kilowatt.

Bleiben 800 Watt eine Stunde lang gleich, ergibt das: 0,8 Kilowatt × 1 Stunde = 0,8 kWh.

Wir nehmen an: Die Module liefern vor der Umwandlung durch den Wechselrichter 750 kWh im Jahr. Die Wirkungsgrade sind angenommene Werte.

Bei angenommenen 94 Prozent Wirkungsgrad werden aus 100 kWh Modulstrom 94 kWh nutzbarer Strom.

Bei angenommenen 96,5 Prozent werden aus denselben 100 kWh dagegen 96,5 kWh nutzbarer Strom.

Das sind 96,5 − 94 = 2,5 kWh mehr je 100 kWh Modulstrom. Der Unterschied zwischen den Wirkungsgraden beträgt also 2,5 Prozentpunkte.

2,5 geteilt durch 100 ergibt 0,025. Damit berechnen wir den zusätzlichen nutzbaren Strom.

SchrittWert
Angenommener Strom der Module vor der Umwandlung750 kWh pro Jahr
Angenommene Wirkungsgrade: 96,5 % minus 94 %2,5 Prozentpunkte
Mehrertrag: 750 × 0,025rund 19 kWh im Jahr
Wert bei 0,35 € je kWh und vollständiger eigener Nutzungrund 7 € im Jahr
In zehn Jahren, ohne Alterung gerechnetrund 66 €
Beispiel: Gerät für 180 € statt 80 €100 €

Die Tabelle ist eine vereinfachte Beispielrechnung, kein Vergleich gemessener Geräte. Kilowattstunden, kurz kWh, messen eine Strommenge.

Zur Erinnerung: 800 Watt = 0,8 Kilowatt. 0,8 Kilowatt × 1 Stunde = 0,8 kWh.

Bei 750 kWh Modulenergie und 2,5 Prozentpunkten Unterschied ergibt sich: 750 × 0,025 = 18,75 kWh Mehrertrag.

Bei vollständiger eigener Nutzung sind das 6,56 Euro jährlich, gerundet 7 Euro. In zehn Jahren sind es rund 66 Euro.

Nutzen Sie nur die Hälfte selbst, halbiert sich der Geldwert. Ein maximaler Wirkungsgrad im Datenblatt beschreibt zudem nicht das ganze Jahr.

100 Euro Aufpreis zahlen sich in diesem Beispiel nicht allein durch weniger Umwandlungsverluste aus.

Fällt ein Gerät aus, kommen Ersatzkosten und entgangene Ersparnis hinzu. Deren Höhe lässt sich ohne Verbrauchsdaten nicht vorhersagen.

Wenn Sie etwa 150 bis 200 Euro als Gerätebudget ansetzen, vergleichen Sie dafür Garantie, Zertifikate und Service.

Ein teureres Gerät ist keine Garantie dafür, dass Sie nie Ersatz brauchen.

Balkonkraftwerk 800 Watt Testsieger: worauf Tester wirklich achten

Ein „Testsieger“ ist nur innerhalb des jeweiligen Tests der Gewinner. Lesen Sie deshalb Datum, genaue Modellbezeichnung und Bewertungsmaßstab.

Ertrag, elektrische Sicherheit, Halterung, Anleitung und Bedienung können unterschiedlich stark zählen.

Eine Angebotsübersicht ist noch kein praktischer Produkttest.

Eine wackelige Halterung macht auch ein ertragreiches Set zur schlechten Wahl. Vergleichen Sie nur Sets für Ihren Montageort.

Messen Sie Breite und Höhe am Balkon. Prüfen Sie Modulgewicht, Geländer und die zugelassenen Befestigungen.

Prüfen Sie, ob Halterung und das Geländer oder die Wand, an denen sie befestigt wird, dem Druck und Zug des Windes standhalten.

Diese Punkte sollte ein hilfreicher Test abdecken

Anbieter wie Anker Solix, EcoFlow, Yuma, priwatt, Kleines Kraftwerk und Solakon sind Beispiele für Ihren Angebotsvergleich.

Die Namen sind hier keine Rangliste. Vergleichen Sie jeweils das genaue Set: Module, Wechselrichter, Halterung und Lieferumfang können sich ändern.

Hoymiles, APsystems und Deye sind Beispiele für Wechselrichtermarken. Ein konkretes Modell ist der Hoymiles HMS-800W-2T.

Sein europäisches Datenblatt nennt 800 VA, zwei unabhängige Modulregler, eingebautes WLAN und IP67.

Der maximale Wirkungsgrad beträgt laut Hersteller 96,7 Prozent. Das ist keine Aussage über den Jahresertrag oder das komplette Set.

Prüfen Sie die aktuellen Nachweise für die angebotene Ausführung und deren Anschlussart. Für ein Set mit zwei Modulen zählt oft die einfache Montage.

Bei vier Modulen brauchen Sie mehr Platz und passende Eingänge.

Bei einem Set mit Speicher vergleichen Sie zusätzlich die Kosten und die nutzbare Kapazität: die gespeicherte Strommenge, die Sie entnehmen können.

Vergleichen Sie auch die Ladeleistung. Sie bestimmt, wie schnell die Batterie Strom aufnehmen kann.

Lassen Sie sich den Gesamtpreis einschließlich Halterung, Kabel und Versand nennen. Rechnen Sie nötige Elektroarbeiten mit ein.

Rechnen wir nach: Wann hat sich welches Set bezahlt?

Für die folgende Rechnung nehmen wir bei beiden Sets 800 kWh Jahresertrag an. Gleiche Wechselrichterleistung allein bedeutet nicht gleichen Ertrag.

Modulfläche, Standort und Verluste können sich unterscheiden.

Angenommen, Sie nutzen ohne Batterie 35 Prozent selbst. Von 800 kWh im Jahr sind das: 800 × 35 ÷ 100 = 280 kWh.

Bei einem angenommenen Strompreis von 0,35 Euro je kWh sparen Sie jährlich: 280 × 0,35 Euro = 98 Euro.

Ihr eigener Anteil kann deutlich höher oder niedriger liegen.

Entscheidend ist, wie oft Verbrauch und Sonnenschein zusammenfallen.

günstiges Setteureres Vergleichsset
Angenommener Gesamtpreis400 €750 €
Ersparnis pro Jahr98 €98 €
Bezahlt nachrund 4,1 Jahrenrund 7,7 Jahren

Im Beispiel brauchen Sie wegen 350 Euro Aufpreis etwa 3,6 Jahre länger, bis die gesparten Stromkosten den Kaufpreis ausgleichen.

Die Zeit bis zum Ausgleich des Kaufpreises heißt auch Amortisationszeit.

Sie ergibt sich aus Gesamtpreis geteilt durch jährliche Ersparnis. Kosten für Reparaturen sind hier nicht eingerechnet.

Bezahlen Sie den Kauf mit geliehenem Geld, können Zinsen und Gebühren hinzukommen. Auch diese Kosten fehlen in der Rechnung.

Eine bessere Halterung, passende Technik oder guter Service können den Aufpreis trotzdem rechtfertigen.

Ob das teurere Set mehr Strom liefert, muss ein Vergleich zeigen.

Preis pro Watt als schneller Prüfstein

Die Beispielpreise zeigen, wie Sie rechnen: 400 Euro geteilt durch zweimal 450 Wp ergeben rund 0,44 Euro je Wp.

750 Euro geteilt durch zweimal 500 Wp ergeben 0,75 Euro je Wp. Vergleichen Sie dabei stets den gleichen Lieferumfang.

Starre Grenzen wie 0,50 oder 0,80 Euro je Wp sagen wenig über Sicherheit oder Qualität aus.

Prüfen Sie mögliche Zuschüsse direkt bei Ihrer Stadt oder Ihrem Bundesland, bevor Sie bestellen.

Bedingungen und verfügbare Fördermittel können sich ändern. Rechnen Sie erst mit einem Zuschuss, wenn Ihre Förderstelle ihn bestätigt hat.

Was Sie vor dem Kauf und im ersten Jahr prüfen sollten

Prüfen Sie vor dem Kauf Richtung, Neigung und Schatten zu mehreren Tageszeiten. Südausrichtung kann mittags viel Strom bringen.

Nach Osten oder Westen ausgerichtete Module können besser zu Verbrauch am Morgen oder Abend passen.

Ein senkrechtes Modul hat andere Erträge als ein geneigtes; Norden und dauerhafter Schatten mindern die Ausbeute.

Ein fester Jahreswert lässt sich daraus allein nicht ablesen. 600 bis 850 kWh sind deshalb kein Versprechen für jede 800-Watt-Anlage.

Lassen Sie die jährliche Strommenge anhand Ihres Standorts und der vorgesehenen Module schätzen.

Beispiel: Sie nutzen nur halb so viel Solarstrom selbst und der Kaufpreis bleibt gleich.

Dann dauert es doppelt so lange, bis die gesparten Stromkosten den Kaufpreis ausgleichen.

Kontrollieren Sie im ersten Jahr Ertrag, Befestigungen und sichtbare Kabelschäden. So entdecken Sie Ausfälle früh.

Eine pauschale Montagezeit von ein bis zwei Stunden wäre irreführend: Geländer, Höhe und Aufbau können mehr Aufwand verlangen.

Klären Sie vor einer baulichen Veränderung als Mieter die Erlaubnis des Vermieters.

§ 554 des Bürgerlichen Gesetzbuchs, kurz BGB, gibt Ihnen grundsätzlich das Recht, die Erlaubnis zu verlangen.

Eine Ausnahme gilt, wenn die Änderung dem Vermieter nicht zumutbar ist: Die Belastung für ihn wäre unter den Umständen zu groß.

Dabei zählen auch Ihre Interessen. Es kommt auf den Einzelfall an; der Vermieter darf die Erlaubnis nicht beliebig verweigern.

Gemeinschaftseigentum sind Gebäudeteile, die allen Wohnungseigentümern gemeinsam gehören. Eine bauliche Änderung dort braucht deren Entscheidung.

Diese Entscheidung der Eigentümergemeinschaft heißt Beschluss.

§ 20 des Wohnungseigentumsgesetzes, kurz WEG, gibt grundsätzlich das Recht, angemessene Maßnahmen für ein Steckersolargerät zu verlangen.

Beurteilt wird zum Beispiel: Wie sollen die Module befestigt werden? Welche Umbauten am Gebäude sind dafür nötig?

Ob diese Arbeiten für das konkrete Gebäude vertretbar sind, entscheidet mit darüber, ob die Maßnahme angemessen ist.

Wie sie ausgeführt wird, entscheidet die Eigentümergemeinschaft.

Ein Umbau darf die Wohnanlage nicht grundlegend verändern oder andere Eigentümer ohne deren Zustimmung unfair benachteiligen.

Erst rechnen, dann kaufen

Der Ertragsrechner von Balkonova hilft Ihnen, Ihren Standort vor dem Kauf einzuschätzen.

Nutzen Sie echte Angaben zu Modulen, Ausrichtung und Schatten. Ein Rechenergebnis bleibt eine Schätzung.

Zum Ertragsrechner

Balkonkraftwerk 800 Watt mit Speicher: lohnt sich die Batterie?

Ein Balkonkraftwerk mit Speicher bewahrt einen Teil des Solarstroms für später auf. Die Batterie erzeugt selbst keinen Strom.

Je nach System sitzt sie zwischen Modulen und Wechselrichter oder hat einen eigenen Anschluss am Hausnetz.

Tagsüber versorgen die Module den Haushalt; übriger Strom kann die Batterie laden. Abends gibt sie gespeicherte Energie wieder ab.

Beim Laden und Entladen geht etwas Energie verloren.

Eine passende Steuerung ist Technik, die die Stromabgabe der Batterie an den Bedarf im Haushalt anpassen kann.

Bei passenden Systemen kann ein Verbrauchsmesser der Steuerung zeigen, wie viel Strom gerade im Haushalt gebraucht wird.

Ob dafür Zubehör und eine Elektrofachkraft nötig sind, steht in der Anleitung.

Ein 800-Watt-System kann Geräte mit höherem Bedarf nur teilweise versorgen.

Braucht ein Herd gerade 2.000 Watt und liefert das System 800 Watt, kommen 1.200 Watt aus dem Netz.

Die Speichergröße wird in kWh angegeben: Das ist die aufnehmbare Strommenge.

Die nutzbare Kapazität ist die tatsächlich entnehmbare Strommenge. Sie kann kleiner sein als die beworbene Gesamtgröße.

Je nach Batterie steht ein Teil der Gesamtmenge nicht für die Nutzung bereit.

Angenommen, die nutzbare Strommenge beträgt 2 kWh. Ein gleichmäßiger Verbrauch von 200 Watt entspricht 0,2 Kilowatt.

Die rechnerische Dauer ist dann: 2 kWh ÷ 0,2 Kilowatt = 10 Stunden. Weitere Verluste sind dabei noch nicht abgezogen.

Ein ganzer Abend samt Waschmaschine ist damit nicht pauschal zugesichert.

Vergleichen Sie etwa Größen von 1,6, 2 oder 5 kWh mit Ihrem Abendverbrauch und dem tatsächlichen Überschuss am Tag.

Ein großer Akku hilft wenig, wenn er selten gefüllt wird. Die erlaubte Abgabeleistung ins Hausnetz steigt durch mehr Speicherkapazität nicht.

Fragen Sie auch nach erlaubter Lade- und Entladeleistung: Sie bestimmt, wie schnell der Akku Strom aufnehmen und abgeben kann.

Im Winter fehlt häufiger Sonne zum Laden. Beachten Sie die Temperaturgrenzen des Herstellers, besonders für das Laden bei Frost.

Eine eingebaute Heizung braucht selbst Strom. Stellen Sie den Akku nur an einem laut Anleitung geeigneten, geschützten Ort auf.

Für Geräte mit Speicher gilt die Produktnorm DIN VDE V 0126-95:2025-12 nicht als vollständiger Sicherheitsnachweis. Sie erfasst Systeme ohne Speicher.

Lassen Sie sich vom Anbieter die Sicherheitsnachweise für das vollständige Speichersystem bestätigen.

Lassen Sie einen Elektrofachbetrieb bestätigen, dass Ihr Anschluss für dieses Speichersystem geeignet ist.

Eine Solaranlage mit Speicher müssen Sie zusätzlich beim Netzbetreiber melden. Reichen Sie dafür das vorgesehene Formular ein.

Für kleine Systeme bis insgesamt 800 VA ist das Formular F.1.2 vorgesehen. Das steht in der technischen Regel VDE-AR-N 4105:2026-03.

Hinzu kommt die Meldung im Marktstammdatenregister, der staatlichen Liste der Stromerzeugungsanlagen.

Details zu Ihrem Anschluss klären Sie vor der Inbetriebnahme.

Für wen sich die Batterie eignet — und für wen nicht

Lohnt sich eherLohnt sich eher nicht
Tagsüber bleibt regelmäßig Solarstrom übrigDer Haushalt verbraucht tagsüber schon fast alles
Hoher Verbrauch am Abend und in der NachtWaschen und Spülen läuft in der Mittagssonne

Kühltruhe, Aquarium oder Server brauchen nachts Strom. Ein Server ist ein Computer, der Aufgaben für andere Geräte erledigt.

Voraussetzung: Tagsüber bleibt dennoch genug Solarstrom zum Laden übrig.

Nordbalkon oder viel Schatten

Was das kostet

Vergleichen Sie ein konkretes Angebot ohne Speicher mit demselben Set samt Speicher. Nur die zusätzlichen Kosten gehören in die Batterierechnung.

Als mögliche Rechenbudgets können Sie 400 bis 700 Euro ohne Batterie und 1.100 bis 2.000 Euro mit Batterie gegenüberstellen.

Das sind keine bestätigten Marktpreise. Auch 250 bis 400 Euro je kWh sind nur eine Rechenannahme.

Daraus ergeben sich für 2 kWh 500 bis 800 Euro und für 5 kWh 1.250 bis 2.000 Euro.

Vergleichen Sie die tatsächlich nutzbare Strommenge.

Rechnen Sie beim Preisvergleich auch die benötigte Steuerung und das Zubehör mit ein.

Prüfen Sie vor dem Kauf, ob sich ein passender Speicher später nachrüsten lässt.

Die Rechnung Schritt für Schritt

  1. Angenommener Jahresertrag der Anlage: 800 kWh.
  2. Im zweiten Beispiel nutzen Sie ohne Batterie 30 Prozent selbst. Das ergibt jährlich: 800 × 30 ÷ 100 = 240 kWh.

    Bei angenommenen 0,35 Euro je kWh sparen Sie: 240 × 0,35 Euro = 84 Euro im Jahr.

  3. Mit Batterie nehmen wir 520 kWh tatsächlich genutzten Solarstrom im Jahr an. Die Verluste beim Speichern sind dabei schon abgezogen.

    Das sind 65 Prozent des angenommenen Jahresertrags: 520 ÷ 800 × 100 = 65.

    Bei demselben angenommenen Strompreis sparen Sie: 520 × 0,35 Euro = 182 Euro im Jahr.

  4. Die Batterie bringt somit rund 98 Euro mehr pro Jahr.
  5. Mehrkosten von 900 Euro geteilt durch 98 Euro ergeben rund 9,2 Jahre.

Die angenommenen 65 Prozent sind keine Zusage für Ihren Haushalt. Messen oder berechnen Sie, wie viel Strom der Speicher zusätzlich nutzbar macht.

Teilen Sie seine Mehrkosten durch den jährlichen Geldwert genau dieser zusätzlichen Strommenge.

Die Rechnung oben berücksichtigt keine Reparaturkosten.

Bei einem Kauf mit geliehenem Geld können Zinsen oder Gebühren anfallen. Auch diese Kosten fehlen in der Rechnung.

Eine alternde Batterie kann weniger Strom speichern. Auch das bleibt unberücksichtigt und kann die tatsächliche Ersparnis verringern.

Wir nehmen eine Nutzungsdauer von 10 bis 15 Jahren an. Im Beispiel gleichen die gesparten Stromkosten die Mehrkosten nach rund 9,2 Jahren aus.

Bei zehn Jahren Nutzung bleiben danach nur etwa 10 − 9,2 = 0,8 Jahre, in denen Sie zusätzlich Geld sparen.

Bei 15 Jahren bleiben etwa 15 − 9,2 = 5,8 Jahre. Eine kürzere Nutzung lässt also weniger Zeit, um über die Mehrkosten hinaus Geld zu sparen.

Auch diese Rechnung lässt Reparaturkosten sowie mögliche Zinsen und Gebühren für geliehenes Geld weg.

Ebenso bleibt unberücksichtigt, dass eine alternde Batterie weniger Strom speichern kann.

Restkapazität ist die Strommenge, die eine gealterte Batterie noch speichern und bereitstellen kann.

Prüfen Sie, welche nutzbare Strommenge nach einer bestimmten Zeit oder Zahl von Ladezyklen garantiert ist.

Ein Ladezyklus entspricht ungefähr einmal vollständig laden und entladen.

Eine hohe Zyklenzahl garantiert keine bestimmte Lebensdauer. Steigt der Strompreis, wird selbst genutzter Solarstrom wertvoller.

Sinkt der Strompreis oder nutzen Sie weniger Solarstrom, dauert es länger, bis gesparte Stromkosten die Mehrkosten der Batterie ausgleichen.

Ein hoher Eigenverbrauch bedeutet außerdem nicht, dass Sie fast unabhängig vom Stromnetz sind.

Eigenverbrauch ist der selbst genutzte Anteil Ihres Solarstroms.

Selbstversorgung bezeichnet den Anteil Ihres gesamten Strombedarfs, den die Anlage deckt.

Ein Speicher kann den selbst genutzten Anteil des erzeugten Solarstroms stark erhöhen.

Im Winter kann jedoch insgesamt wenig Solarstrom entstehen. Deshalb können Sie dann weiterhin viel Strom aus dem öffentlichen Netz brauchen.

Und wenn die Batterie voll ist?

Ist die Batterie voll, kann weiterer Solarstrom direkt im Haushalt verbraucht werden.

Überschuss fließt je nach Einstellung ins öffentliche Netz oder die Anlage begrenzt ihre Erzeugung.

Wird Ihr überschüssiger Solarstrom ohne Bezahlung ins öffentliche Netz aufgenommen, heißt das unentgeltliche Abnahme.

Nulleinspeisung bedeutet, dass die Steuerung die Abgabe ins öffentliche Netz verhindert.

Das braucht eine geeignete Messung und Regelung. Es befreit Sie nicht automatisch von Anmeldung und Anschlussregeln.

Die normale Steuerung schützt den vollen Akku vor weiterem Laden. Prüfen Sie in der Anleitung auch den Betrieb bei leerem Akku.

Ein Speicher liefert bei Stromausfall nicht automatisch weiter Strom.

Dafür braucht das Modell eine ausdrücklich vorgesehene Notstromfunktion, häufig an einer eigenen Steckdose.

Welche Geräte daran laufen können, hängt von deren Leistung und dem Ladestand ab.

Häufige Fragen

Muss ich mein Balkonkraftwerk anmelden?

Ja. Melden Sie die Anlage binnen eines Monats nach dem ersten Betrieb im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur an.

Halten Sie Standort, Startdatum, Modul- und Wechselrichterleistung sowie Zählernummer bereit.

Einspeisevergütung ist die Bezahlung für Solarstrom, der ins öffentliche Netz fließt.

Verzichten Sie darauf, entfällt bei einem Gerät ohne Speicher bis 2.000 Wp und 800 VA die separate Meldung beim Netzbetreiber.

Ein Speicher wird als eigene Einheit im Register erfasst; beides ist im selben Ablauf möglich.

Bei Anlagen mit Speicher sieht VDE-AR-N 4105 zusätzlich die Netzbetreibermeldung vor. Ein ungeeigneter Stromzähler muss ersetzt werden.

Für den vorübergehenden Betrieb mit altem Zähler gelten die erläuterten EEG-Grenzen: zusammen höchstens 2.000 Wp und 800 VA je Stromanschluss.

Zudem verzichten Sie auf Bezahlung für Solarstrom, der ins öffentliche Netz fließt.

Unter diesen Voraussetzungen ist der Betrieb bis zum Zählertausch übergangsweise erlaubt, auch mit rückwärtslaufendem Altzähler.

Die zusätzlich genannten Anschluss- und Meldepflichten für Speicher gelten weiterhin.

Der Messstellenbetreiber ist das Unternehmen, das für Ihren Stromzähler zuständig ist. Nach der Registrierung kümmert es sich um den Zählertausch.

Ein Zweirichtungszähler misst getrennt: Strom aus dem öffentlichen Netz in Ihre Wohnung und überschüssigen Solarstrom aus Ihrer Wohnung ins Netz.

Brauche ich einen Elektriker für den Anschluss?

Ein geeignetes, steckerfertiges Set können Sie selbst anschließen, wenn das Set die Anforderungen erfüllt.

Auch die vorhandenen Stromleitungen, Steckdosen und Sicherungen müssen die Anforderungen erfüllen.

800 Watt allein reichen als Nachweis nicht.

Bei Sets ohne Speicher sieht die Produktnorm am Schuko-Anschluss bis 960 Wp und zusätzliche Schutztechnik vor.

Für größere Modulflächen bis 2.000 Wp ist eine spezielle Energiesteckverbindung vorgesehen.

Arbeiten an Steckdose, Leitungen und Sicherungen gehören in die Hände einer Elektrofachkraft.

Die Regeln für ein Speichersystem sind zusätzlich zu prüfen.

Wie viele Module darf ich anschließen?

Entscheidend sind Gesamtleistung und passende Eingänge, nicht eine feste Modulzahl. Vier Module mit je 450 Wp ergeben 1.800 Wp.

Das liegt unter der EEG-Grenze von 2.000 Wp, verlangt bei einem Set ohne Speicher aber eine passende Energiesteckverbindung.

Zwei Module mit je 450 Wp ergeben 900 Wp. Der Wechselrichter bleibt bei höchstens 800 VA.

Beachten Sie bei jeder Erweiterung auch die zulässige Spannung und Stromstärke je Eingang.

Was passiert bei einem Stromausfall?

Der normale Wechselrichter trennt die Stromabgabe ans Hausnetz automatisch. Das schützt Menschen, die am Netz arbeiten.

Auch bei Sonne versorgt er dann Ihre Wohnung nicht weiter. Manche Speicher bieten eine getrennte Notstromsteckdose.

Nutzen Sie diese nur nach Anleitung; sie versorgt nicht automatisch alle Steckdosen der Wohnung.

Bekomme ich Geld für eingespeisten Strom?

Bei der üblichen unentgeltlichen Abnahme nicht: Überschüsse gehen ohne Bezahlung ins Netz. Eine Einspeisevergütung ist grundsätzlich möglich.

Dafür brauchen Sie die passende Messung und eine Anmeldung beim Netzbetreiber. Die vereinfachten EEG-Sonderregeln gelten dann nicht vollständig.

Wie lange hält so eine Anlage?

Module können über Jahrzehnte arbeiten. Sie können mit einer möglichen Nutzung von 25 bis 30 Jahren rechnen.

Diese Nutzungsdauer ist aber nicht für jedes Produkt zugesichert.

Auch beim Wechselrichter sind angenommene 10 bis 15 Jahre keine Garantie. Prüfen Sie die jeweiligen Garantiebedingungen.

Eine Leistungsgarantie für Module verspricht eine bestimmte verbleibende Leistung und ist keine umfassende Reparaturgarantie.

Kontrollieren Sie die Anlage regelmäßig nach Anleitung.

Lohnt sich ein Balkonkraftwerk auf einem Nordbalkon?

Auf einem Nordbalkon ist der Ertrag oft geringer, besonders bei zusätzlichem Schatten.

Lassen Sie die erwartete jährliche Strommenge für die vorgesehenen Module an Ihrem Balkon schätzen. So können Sie die mögliche Ersparnis prüfen.

Pauschale Werte wie 300 bis 500 kWh pro Jahr sind ohne Modulgröße und Lage keine verlässliche Prognose.

Der selbst genutzte Solarstrom spart Stromkosten. Damit holen Sie den Kaufpreis nach und nach wieder herein.

Ein billigeres Set kann sich daher anders rechnen als ein teures Set am gleichen Ort.

Kann ich später eine Batterie nachrüsten?

Das hängt vom genauen System ab. Lassen Sie sich passende Speicher, Anschlussart und mögliche Zusatzkosten vor dem Kauf bestätigen.

Prüfen Sie auch die später maximal erlaubte Modulzahl und Batteriekapazität. Gleiche Steckverbinder allein beweisen nicht, dass Geräte zusammenpassen.

Eine zusätzliche Batterie muss im Register erfasst werden; beachten Sie auch die Meldung beim Netzbetreiber.